Höfner 4570 /S/E2/V

Geschichte:
Die Höfner Hollowbody 4570 war seit Anfang der 1980er in meinem Besitz, nun ist sie an einen netten Herrn aus Leverkusen verkauft worden. Herstellungsdatum ist circa 1965. Sie war die älteste Gitarre, in meinem Besitz. Ich habe sie unserem damaligen Hausmeister für 400 DM abgekauft. Sein Sohn hat sie wohl mal ein paar Jahre lang gespielt. Anfangs wollte auch ich sie spielen und habe die Original-Mechaniken gegen welche von Schaller ausgetauscht, weil ich wohl der Meinung war, dass die stimmstabiler sind. Ich hatte damals keine Ahnung wie man mit Vintage Gitarren umgeht. Ärgerlich!
Vor circa 10 oder mehr Jahren habe ich sie mal auf einem Musikerflohmarkt in Straubing angeboten. So ein junger Typ wollte sie unbedingt haben und bot mir 300 Euro dafür. Ich hab mich hinterher drüber geärgert, dass ich so geizig war und sie ihm nicht verkauft habe – er hätte bestimmt Spaß damit gehabt.

Gespielt hab ich sie jedenfalls so gut wie nie und jahrzehntelang hing sie als Deko zwischen meinen anderen Gitarren. In der Coronakrise Welle 1, also 2020, hab ich sie mir mal wieder genauer angesehen und wollte ihr was Gutes tun. Also hab ich sie auf meinen Werktisch gelegt.

Befund & Behandlung:
Zuerst wusste ich nichtmal, was für ein Modell das eigentlich ist. Auf dieser Seite http://www.vintagehofner.co.uk/gallery/gallery2/arch.html gab es dann eine erste Orientierung! Wichtig waren auch die netten Emails von verschiedenen Sammlern, die diese Seite hier aufgerufen haben und  die mir wertvolle Tipps gegeben haben. Danke dafür besonders an Karl!

Fündig wurde ich aucht über die Bildersuche und zwar bei einer alten Ebay-Anzeige in der ein baugleiches Modell angeboten wurde. Die Bezeichnung solte also stimmen!
Interessant ist der Jammerhaken oder das Vibrato-Element: Bei sorgloser Benutzung führt es mit großer Sicherheit zur Verstimmung der Gitarre. Außerdem ist mir die Befestigung des Teiles (noch) ein Rätsel.
Am zweiten Tonabnehmer war eine Masseleitung (sicher nicht original!) abgerissen, die ich wieder angelötet habe. Die Bünde wurden gefeilt und poliert und alles wurde fein säuberlich geputzt.
An einem Potiknopf fehlt oben die Scheibe mit der Bezeichnung und das größte Manko, neben den Schaller Mechaniken (siehe oben) ist wohl das fehlende Schlagbrett. Da war ich lange auf der Suche und es ist wohl einfacher sich etwas nachbauen zu lassen, als ein Originalersatzteil zu finden!
Des Weiteren hatte sich eine Perlmutt-Einlage aus dem Griffbrett gelöst, die ich mit Sekundenkleber wieder befestigt habe. Leider ist ein kleines Stück an der Schraubzwinge hängen geblieben!
Ich lerne immer noch dazu! Leider! Grins!

Beim  Anschließen an den Verstärker, nach dem Aufziehen neuer Saiten, kam nur ein lautes Brummen. Also musste die Eingangsbuchse raus.
Mit dem Drahttrick kein Problem. Die Anschlüsse nachgelötet und nun gibt es wieder Sound. Ich glaube allerdings, dass die Elektrik generell mal einen Fachmann brauchen könnte. Der Volumenregler funktioniert, doch wenn man die Tonabnehmer ab Kippschaltter wechselt stimmen die Lautstärkeverhältnisse überhaupt nicht.
Das Spielgefühl auf dem etwas gebogenen, also jazzigen, Griffbrett ist gut und der Klang ist wirklich vintage-mäßig einfach geil – wenn mans denn mag!

 

Mittlerweile ist sie, wie bereits gesagt verkauft, zum Glück an jemanden, der sich auskennt und die alte Lady zu schätzen weiß!

So und nun gibt es hier noch die Fotos rund um meine Bemühungen die alte Höfner wieder erstrahlen zu lassen!