Livestream HD 550 Pro 4K – Test

Endlich komme ich dazu den HD 550 mal auszuprobieren. Der Plan war dieses Gerät in der Kinderspielstadt Mini-Salzburg (<klick>) einzusetzen. Die Station Mini-TV hatte ich 2026 übernommen, als mein medienpädagogisches Projekt auch um den Kontakt zur Praxis nicht zu verlieren. Der Aufbau eines kleinen Fernsehstudios sollte mit der All In One Lösung HD 550 deutlich unkomplizierter sein – so der Plan. Also weniger Kabel und weniger Hardware, bei mindestens gleicher Funktionalität.
Die Ausstattung des HD ist genau dafür gemacht:
– 5 Videoeingänge die sowohl SDI als auch HDMI können mit bis zu 4K Auflösung
– 2 XLR Mikrophoneingänge
– NDI Kompatibilät – ich habe 4 NDI PTZ Kameras, die sich komplett mit dem HD 550 steuern lassen
– 2 parallel zu nutzende Ethernetanschlüsse
– reichlich USB 3 Buchsen
– Software Studio 6 von Vimeo
– integrierter Monitor
– Programm out per HDMI oder SDI
– HDMI-out für die Benutzeroberfläche
– Tastatur mit vielen Direkttasten für die Software
– Einbindung externer Quellen wie z.B. I-Phone
usw.
Für meinen Testaufbau habe ich ein kleines Netzwerk aufgebaut mit einer alten Fritzbox und einem POE 8-Kanalswitch an dem alle 4 NDI/PTZ Kameras hingen. Den HD 550 steckte ich direkt an die Fritzbox an. Für den Programm-Out nutzte ich ein TV Gerät per HDMI. Das war es schon denn zum Testen sollte der 19 Zoll Monitor der HD 550 ausreichen.
Zum Spielen mit der Software habe ich noch ein paar kurze Filmchen auf die 2 T-Byte Festplatte des HD 550 geladen.
Die Benutzeroberfläche der Software wirkt zunächst sehr voll, ist aber, wenn man sich alles mal angesehen hat sehr logisch und übersichtlich aufgebaut. Unterhalb der Menüleiste ist, ganz klassisch, links das Vorschaufenster und rechts davon das Programmfenster zu sehen (das zeigt den Inhalt der entweder zu einem Beamer geschickt wird, bzw. gestreamt oder aufgezeichnet wird). Darunter kommt eine Leiste in der alle Kanäle angezeigt werden, die gerade angeschlossen sind oder zur Wiedergabe vom Rechner vorgesehen sind.
Also alle Kameras, Medienzuspieler (davon gibt es 2, die beliebig mit Inhalten zu füllen sind), Logos und lower thirds (Bauchbinden und sonstige Texteinblendungen).
Darunter folgt eine Reiter in dem man u.a. Audiokanäle oder alle Inputs angezeigt bekommt und wo man auch weitere Inputs hinzufügen kann (in meinem Fall die NDI-Kameras). Mit Klick auf den Reiter öffnet sich das entsprechende Programmfenster. Rechts davon ist die Streaming-Abteilung angelegt. Für das Arbeiten gibt es zwei Hauptansichten, eine einfache Variante und eine komplette, zwischen denen man Umschalten kann. Rechts neben dem Programmfenster ist der Steuerungsbereich für das Ein und Ausblenden von lower thirds und Logos angedockt.
Meine größte Sorge war, dass meine NDI-Geräte nicht richtig funktionieren könnten. Doch nach der Vergabe der IP-Adressen wurden alle sofort erkannt und lieferten ein Vorschaubild. Was mich geflasht hat war, dass die Software sowohl die PTZ-Steuerung übernehmen kann als auch alle Belichtungs und sonstige -Einstellungen der Kameras über NDI erledigt. Es ist möglich für jede PTZ-Kamera mehrere Bildauschnitte zu speichern, zwischen denen man hin und her schalten kann. All das, was mit meinem extra dafür gekauften NDI Controller nicht funktioniert hatte. Wow!
Audio blieb bei meinem ersten Test außen vor, denn ich wollte im TV-Studio mit einem seperaten USB-Mischpult arbeiten, an dem die Funkmikros gemischt werden sollten. Den Ton der Medienzuspieler hört man auch über Kopfhörer, für den eine klassische Miniklinkenbuchse vorhanden ist (nicht so schön aber aus Platzgründen wohl okay).
Für meinen Probelauf schaltete ich nun munter zwischen den Kameras und den Medienzuspielern hin und her, blendete ein Logo mit „push“ und „pull“ aus und ein und zeichnete das Ganze auf der internen Festplatte als Full HD-avi-Datei auf. Wenn man parallel dazu die ISO-Recordingfunktion nutzt, dann kann man 4 der angeschlossenen Kamera-Quellen auch noch als Einzelvideos aufnehmen. Was für ein Luxus, denn wenn das Live-Switching mal daneben geht, dann könnte man mit dem ganzen Material in die Postproduction gehen und alles neu arrangieren.
Jetzt war ich dem Punkt angelangt, an dem mir das Potential dieses Gerätes langsam dämmerte – ein TV-Studio in der Tragetasche mit allem drum und dran und das Ganze findet tatsächlich in einem Windows 10 Rechner mit einem I-7 Prozessor und 64 GByte RAM statt.

to be continued…